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ATKA und AMEN 81 im Lokal, 19.07.2008

Posted in AMEN 81, ATKA with tags , , , on Juli 20, 2008 by mischalke04

vermutlich um die besucherzahlen nicht zu groß werden zu lassen
wurde das für den gestrigen abend angekündigte konzert von AMEN81
kurzfristig in das ‚lokal‘ am rosenthaler platz verlegt. den an-
gekündigten support durften ATKA bestreiten.
auf diese weise wurde ich zwar um meinen ersten besuch im ‚turm‘
gebracht was mich allerdings nicht zu stark ärgerte, denn im
‚lokal‘ war ich vorher auch noch nie.

das ‚lokal‘ in der rosenthaler strasse ist eine konzertkneipe die
mit einem breitgefächerten monatsprogramm aufwartet. von electro
über ska und hc bis zu screamo soll für jede etwas dabei sein.
rechts neben dem eingang gibt es eine seperate tischkickerlounge,
dem stellenwert dieser kneipensportart angemessen.
der standort im hochparterre eines geschäftshauses vermeidet es,
stress mit lärmgeplagten nachbarn zu bekommen (da wohnt niemand
im haus), und die verblüffend wirksame schallisolierung nach
aussen hin komplettiert die schutzmassnahmen.
die preise für getränke sind angenehm niedrig (z.b. bier 2 eus)
und die kunstledersessel von erlesenem sitzkomfort, wie sich rasch
zeigen sollte.

trotz der verlegung um mehrere kilometer waren vielleicht zweihun-
dert leute anwesend, was seinen grund vermutlich darin findet dass
das konzert bestandteil einer soliparty gegen repression und bullen-
terror war und somit für alle darunter leidenden anwesenheits-
pflicht galt; einzig die gezielt angesprochenen crusties hatten
sich mehrheitlich verlaufen. entsprechend anders als von mir
gewohnt zeigte sich die zusammensetzung des publikums. der selbst
bestimmbare eintritt lag zwischen angenehmen vier und sieben eus,
also im rahmen dessen was sonst auch genommen wird.

nachdem die erste band, ATKA, ihre ersten takte erklingen liessen
beschloss ich impulsiv, mir ein bier zu kaufen. dann dachte ich
nach: bin ich fan dieser art von metall? bin ich überhaupt fan von
metall? wie kann ich das geschehen angemessen beschreiben?
im dritten oder vierten song wuchs aus dem vertrackten gefrickel
eine dicke weiche ein-akkord-wand und schleppte sich hypnotisch
durch die nächsten 60 sekunden. da sackte mein blut vom hirn in
den nacken und ich begann mitzunicken. kurz. dann war’s aber auch
schon wieder vorbei, und die alten fragen bohrten wieder in mir.
vom vielen denken wurden mir die beine schwer und ich begab mich
in den hinteren teil des raums, wo ich die eingangs erwähnte be-
stuhlung schätzen lernte.
den leuten hat’s aber anscheinend gefallen, neben vielen grinsen-
den gesichtern gab es auch reichlich freundlichen beifall.
ergebnis meiner grübelei: bin kein metalhead.
berufenere als ich es bin mögen die ‚comment‘-funktion nutzen und
etwas substantielleres beisteuern.

antizyklisch handeln heisst, hingehen wenn alle weggehen. ich also
in der umbaupause vor an die bühne und brav gewartet, bis die zweite
band des abends, AMEN81, soweit ist. und es hat sich ja sowas von
gelohnt! die drei nürnberger gehören für mich zu den besten inlän-
dischen hc-bands überhaupt, wobei ich sie bisher immer nur von vinyl
herab hören durfte. die musikalischen wendungen der letzten jahre
waren immer gelungen, und die texte stechen aus dem sonst darge-
brachten themenkreis heraus. günde genug für ein bisschen vorfreude.
und dann ging’s los:
20 sekunden soundcheck, dann die ersten songs ohne pause aneinander-
gereiht, fand sich bald eine kleine meute ausgelassen tanzender
gäste. der sound wurde immer besser und schnell war der laden ein
feuchtes heisses hardcoreidyll. der drummer/sänger hatte auch
zwischen den songs einen hohen unterhaltungswert und lieferte sich
mit dem gitaristen immer wieder nette kurze dialoge. und dann
wieder ein hc-brett zum mitzappeln. und noch eins. und dann noch
eins. mal ältere, dann neuere, dann mittelalte songs. drei zugaben.
ich bin gar nicht zum nachdenken gekommen. deswegen kann ich auch
nicht so viel schreiben. AMEN81 waren super.
die folgende tanzveranstaltung mit dj’anes etc. habe ich dann aus-
gelassen, ins ’subversiv‘, wo der zweite teil der verlegten soli-
party stattfand, bin ich auch nicht hin. welche dazu was berichten
wollen bitte ‚comment‘ nutzen.
bei den veranstalterinnen möchte ich mich bedanken und gleichzei-
tig meiner hoffnung ausdruck geben, dass ordentlich was in die soli-
kasse gespült wurde.
der abend hat sich sehr gelohnt. das ‚lokal‘ ist eine schöne neu-
entdeckung für mich, da kann gerne öfter was interessantes statfin-
den.

olsen 20.08.08